About

Ich bin Lea LaDoux, Sängerin und Songwriterin aus Karlsruhe, mit Vorliebe für dunkel-warme Sounds und ungewöhnliche Harmonien. Meine Musik ist Pop mit elektronischen Einflüssen und kreiert eine Mischung aus zarten, träumerischen Klavierklängen und kämpferischen, treibenden Synth-Sounds. Sie klingt wie eine Mischung aus Ellie Goulding, Birdy und Madison Beer mit einer kleinen Prise Billie Eilish.

In einer Welt in der tiefliegende Selbstunsicherheiten, Selbstzweifel und Ängste scheinbar keinen Platz haben dürfen, möchte ich mit meinen Texten genau dafür Raum und ein Bewusstsein schaffen. Meine Musik steht in einem gesellschaftlichen Kontext, der Vielfalt nicht nur sichtbar machen, sondern auch wertschätzen will. In einer Kultur, die häufig Lautstärke, Schnelligkeit und permanente Präsenz belohnt, geraten leise, sensible und introvertierte Ausdrucksformen leicht in den Hintergrund. Dabei liegen gerade in Verletzlichkeit, Ruhe und emotionaler Tiefe wichtige Stärken: Empathie, Reflexionsfähigkeit und die Fähigkeit, komplexe Gefühle wahrzunehmen und zu verarbeiten. Mit meiner Musik möchte ich Menschen ermutigen, sich nicht an Erwartungen anzupassen, sondern ihre eigene Art des Seins als wertvoll zu begreifen. Ich möchte eine Stimme für Selbstwirksamkeit und Selbstermächtigung von Menschen sein, die wie ich ihre Stärke in Sensibilität, Ruhe und Verletzlichkeit tragen.

Musik war in meiner Familie schon immer sehr präsent und alltäglich. Jeden Sonntag war ich mit meiner Familie in der Kirche musikalisch aktiv und sang im Kirchenchor mit, begleitete am Klavier oder spielte Posaune im Posaunenchor. Es dauerte nicht lange, bis ich den Weg zum Songwriting fand: An einem Samstagabend in der Adventszeit 2009 saß ich in der Kirche bei einem alljährlichen Chorkonzert etwas abseits von den anderen Zuhörern oben auf der Empore in der Dunkelheit. Längere Zeit war ich nicht mehr dort gewesen. Ich konnte von meinem Platz aus nicht sehen, was sich unten am Altar abspielte, es war dunkel um mich herum und ich lauschte nur den Klängen der Blechblasinstrumente. Gänsehaut machte sich auf meiner Haut breit und ich genoss jede einzelne Sekunde. Meine Seele war in diesem Moment so präsent und unabgelenkt bei der Musik, dass mich die Töne und Klänge plötzlich in meine Kindheit zurück versetzten, wo ich im Grundschulalter in genau dieser Kirche meinen ersten Solo-Gesang Auftritt mit Band gehabt und damit meine ersten eigenen musikalischen Schritte als Sängerin gemacht hatte. Die kleine 9-jährige Lea stand vor mir in ihrem Kleid, das Mikrofon fest umklammert, weiche Knie vom Lampenfieber, ein paar zittrige Töne und so viel Hingabe in den Augen. Mir kamen die Tränen und mir lief ein Schauer über den Rücken. Weil ich schon damals Sängerin mit eigenen Songs werden wollte, mich bisher aber nie getraut hatte. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich meinen Traum vom Singen und Songsschreiben endlich verfolgen muss – es endlich anpacken werde.

Nach zahlreichen Auftritten und Veröffentlichungen buchte ich 2021, nur 7 Wochen nach der Geburt meines ersten Kindes, ein Social-Media-Coaching, in dem ich lernen sollte, wie ich online mit meiner Musik erfolgreich werde. Zwischen Spucktüchern, Geburtsverletzungen und Windeln versuchte ich die mir aufgetragenen Aufgaben umzusetzen und bereitete jeden Tag mindestens einen Social Media Beitrag vor. Monatelang setzte ich mich jeden Tag meiner Angst vor der Bewertung anderer komplett aus und hatte das Gefühl, nicht vorwärts zu kommen. Ich fing an, mich noch härter mit anderen zu vergleichen und schnitt in meinem eigenen Bewertungssystem immer schlechter ab. Irgendwann hatte ich das Gefühl, gar nichts mehr zu können und dass meine Musik überhaupt nichts taugt. Die seelische Belastung, die diese intensive Social Media Nähe für mich bedeutete, war erdrückend.
2022 überkamen meine Ängste mich dann mit einer solchen Wucht, dass ich das Coaching abbrechen musste, in ein tiefes Loch fiel und ich für einen kurzen Moment nach all den Jahren wirklich aufgegeben habe. Ich wusste nicht, ob ich jemals wieder eigene Songs schreiben werde.

Ich suchte mir therapeutische Hilfe. Unsicher und verängstigt saß ich vor der ersten Sitzung im Wartebereich der Praxis und fragte mich, ob das der richtige Weg ist. Das hochwertige Mobiliar wirkte auf mich so, als gingen hier nur reiche Menschen ein und aus und ich fühlte mich völlig fehl am Platz. Doch dann öffnete sich die Türe, ein etwas älterer Mann lächelte mir entgegen und es breitete sich ein warmes Gefühl in meinem Bauch aus. Ich hatte mich nicht getäuscht. Mein Therapeut nahm sich mehrere Stunden Zeit für mich und stellte mir hunderte Fragen. Er hatte mich direkt durchschaut und wusste, dass ich eigentlich zur Musik gehöre und die Musik zu mir. Als ich aus der Praxis zurück zu meinem Auto lief, war ich buchstäblich einige Centimeter größer und wusste, dass dies der Beginn meiner Reise zurück zur Musik und zurück zur 9-jährigen Lea mit weichen Knien und erfülltem Herz auf der Bühne ist. Dieses warme Gefühl, als ich mit offenen Armen empfangen und wieder aufgebaut wurde, möchte ich mit meiner Musik und meinen Texten unbedingt transportieren und weitergeben.

Ich weiß nun mehr als je zuvor, dass die Musik zu mir dazu gehört und ich mich auch trotz meiner Ängste nicht davor verstecken kann. Am Ende ist es für mich auch ein Geschenk, über meine Erfahrungen zu singen, sie dadurch zu verarbeiten und so einen Dialog für andere öffnen zu können. Heute kann ich bereits auf 4 EPs, 7 Singles und 1 Debüt Album zurückblicken, die ich zum Trotz meiner Angst und meinen Selbstzweifeln in den letzten 10 Jahren veröffentlicht habe. Zahlreiche Auftritte, darunter das Vorprogramm von DAS FEST und dem SWR3 New Pop Festival, sowie ein viraler YouTube Moment mit über 2,5 Millionen Aufrufe auf einem WM-Cover-Video zählen ebenfalls zu meinem Werdegang. Und ich bin noch lange nicht fertig.
Die Songs fließen weiterhin aus meinem Herz und wollen gehört werden. Noch in diesem Jahr werde ich eine neue EP mit dem Titel „Unlearning to Disappear“ veröffentlichen.